Kajak im Wattenmeer

Hier gibt es tatsächlich viele Tage mit ruhigem Wetter, in denen die größte Herausforderung darin besteht, die Gezeitentabelle korrekt abzulesen. So geht man sicher, dass man mit der Strömung segelt und genügend Wasser unter dem Kiel hat.

An diesen ruhigen Tagen ist es Balsam für die Seele, im Wattenmeer herumzurudern. Wenn man die Fahrt richtig plant, übernehmen die Gezeiten die gesamte Arbeit und man hat das eigenartige Erlebnis, im Meer zu segeln, während es sich anfühlt, als segele man flussabwärts. Umgekehrt geht es natürlich auch, sodass man immer gegen den Strom segelt, z. B. wenn das Training im Vordergrund steht. Nur ganz selten kommt es vor, dass man unterwegs keine Robben trifft.

 

 

Das Wattenmeer ist ein Naturreservat, das größte Dänemarks, und hier wimmelt es von Lebewesen. Fast überall gibt es Unmengen von Robben. Auch für den Vogelfreund ist das Wattenmeer ein reines Schlaraffenland. Es sollte erwähnt werden, dass das Wattenmeer grundsätzlich nicht für Anfänger geeignet ist. Es gibt Gebiete, die als sicher gelten, doch im Zweifelsfall sollte man im Hafen bleiben oder einige der Rudervereine in der Gegend kontaktieren, um weitere Informationen zu erhalten.

Fast alle Routenvorschläge auf diesen Seiten sind entweder auf EPP2-Niveau oder höher. Wer das Wattenmeer bei einer Flaute erlebt hat, würde nie glauben, wie gefährlich das Gewässer auch sein kann. Die Strömung ist mitunter sehr kräftig, und wenn man kentert, sollte man sich auf jeden Fall am Kajak festhalten. Wenn die Strömung und der Wind verschiedene Richtungen haben, kann man das Kajak schwimmend unmöglich wieder einholen.

Wenn Sie in der Deutschen Bucht rudern, können Sie herrlich auf den Wellen spielen. Die Brandung reicht aus, um mit dem Seekajak zu surfen.

Von Fanø ausgehend ist die Lage relativ sicher, d. h. bei Seewind. Das Wasser ist seicht bis ganz weit nach draußen, es gibt keine Steine, an denen man sich verletzen kann. Wenn man das Pech hat, umzukippen, werden Wind und Strömung dafür sorgen, dass Sie und Ihre Ausrüstung wieder an Land gelangen. Das Wattenmeer ist hauptsächlich von Sand und Wasser geprägt. Südlich von Fanø kann man enorme Sandhaufen antreffen.

Das Gebiet westlich von Mandø ist etwa 25 Quadratkilometer groß und besteht lediglich aus Sand - d. h., wenn es nicht gerade überschwemmt ist. Wer das Bedürfnis verspürt, seinen Robinson-Crusoe-Trieb auszuleben, hat hier die Chance dazu. Es gibt viel zu entdecken, und oft hat man das Gebiet ganz für sich allein. Wenn man erst einmal weit draußen ist, trifft man grundsätzlich kaum noch andere Segler.

 

 

Für mich ist das Meer mit seinen zahlreichen Strömungen die ganz große Attraktion am Wattenmeer: die Planung einer Fahrt, sodass man sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt die Strömung erwischt, oder an der richtigen Stelle zu sein, wenn die Strömung gerade am kräftigsten ist, sodass man herumtoben kann. Oder auch das Kajak an einem Abend ins Wasser zu lassen, wenn das Wetter ganz ruhig ist und man bis nach England blicken kann, dem nächsten Punkt auf der Landkarte. Oder dasselbe an einem Herbsttag zu tun bei kräftigem Sturm und riesigen Wellen.

Das Meer ist sehr abwechslungsreich, und zusammen mit dem Wind ist es der alles entscheidende und alles formende Faktor hier in der Gegend. Die Gezeiten ändern die Landschaft, und man glaubt kaum, in welch großem Ausmaß.

von Peter Holland, Kajaklehrer