Geschichte und Tradition

Fanø blickt auf eine interessante Geschichte: auf die Seefahrt mit den Segelschiffen im 18. und 19. Jahrhundert, auf sein Dasein als Dänemarks erster Kurort mit Badehotels sowie auf die Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Es gibt viele Traditionen, die wir auch heute noch pflegen. Doch nicht etwa weil wir unsere Insel dadurch in ein Freilichtmuseum verwandeln wollen, sondern weil diese Traditionen und die Geschichte wichtig für uns sind

 

 

Das Zeitalter der Segelschiffe

Fast unvorstellbar ist es, dass die kleine sandige Insel in der Nordsee einmal zu den Großmächten der Segelschifffahrt zählte. Und das, obwohl die Einwohnerzahl damals nicht größer war als heute.

Schon seit jeher gab es Seeleute auf Fanø. Um 1500 befand sich in Odden, dem heutigen Nordby, ein kleines Fischerdorf.  In der darauffolgenden Zeit begannen die Männer, auf größeren Fangbooten und Handelsschiffen anzuheuern. Sie fuhren von fremden Häfen aus auf große Fahrt und gewannen so an Erfahrung und Expertise auf den Weltmeeren.

In den Jahren ab 1760 fing man an, Schiffe auf Fanø zu bauen. Dies war eine mühsame Angelegenheit, da es auf Fanø keine Wälder gab. Alles Holz musste erst vom Festland herbeigeschafft werden. Sowohl in Nordby als auch in Sønderho lagen die Schiffsbauplätze  auf dem großen, flachen Strandgebiet in unmittelbarer Nähe zu tiefem Wasser. Bildhaft kann man sich das rege Leben und Treiben zu damaligen Zeiten vorstellen.

Der Höhepunkt des Schiffsbaus auf Fanø lag um das Jahr 1850. Zu dem Zeitpunkt gab es neun Schiffbaumeister auf der Insel. Zusammen beschäftigten sie ca. 100 Arbeiter, hinzu kamen noch die Zuliefererbetriebe. Von 1768 – 1896 wurden alleine auf Fanø 1100 Schiffe gebaut. Anfangs waren dies kleine Schiffe, u.a. die sogenannten Ewer, die mit ihrem flachen Kiel gut geeignet waren für die Fahrten im Wattenmeer. Nach und nach wurden die Schiffe größer. Die Schiffsflotte der Insel wurde um 1865 allerdings so groß, dass die Schiffswerften der Insel den Aufträgen nicht mehr folgen konnten. Bereits zu diesem Zeitpunkt fingen die Probleme mit der Versandung des Hafens in Sønderho an.

In den Jahren ab 1880 gingen die Reeder auf Fanø zu Eisen- bzw. Stahlschiffen über, und das bedeutete das Ende der Schiffswerften auf Fanø. 1896 verließ das letzte Schiff die Fanøer Werft. Auch die Reedereien verschwanden nach und nach, das letzte Fanøer Schiff wurde 1919 verkauft.

Die Fahrten auf den Weltmeeren brachten Wohlstand auf die kleine Insel. Dies lässt sich besonders gut an den hübschen Kapitänsvillen ablesen.

 

 

 

Fanøs Museen

Fanø hat 4 Museen, welche von verschiedenen Teilen aus Fanøs Geschichte berichten.

In Nordby befindet sich das Fanø Schifffahrts- und Trachtensammlungsmuseum , das, wie der Name bereits verrät, von der Hochära während der Schifffahrt erzählt. Außerdem verfügt das Museum über eine große Sammlung an traditionellen Fanøtrachten. Das Fanø Museum ist ein typisches, lokalhistorisches Museum, welches vom Alltag im 17. und 18. Jahrhundert erzählt.

In Sønderho liegt das Fanø Kunstmuseum und das Hannes Hus, welches wie ein typisches Heim zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingerichtet ist.

Es ist möglich, Gemeinschaftstickets für Fanø Schiffarhts- und Trachtensammlung, Fanø Museum und Hannes Haus im Fanø Turistbureau zu kausen.

 

 

Fayence-Hunde auf Fanø

 In vielen Fenstern auf Fanø sitzt ein Hundepaar aus Fayence, typisch mit schwarzer Schnauze, hellem Fell und einem wehmütigem Blick. In den Jahren 1860 – 1900 war es fast Pflicht für alle dänischen Seefahrer, ihren Frauen oder Verlobten diese Hunde aus England mitzubringen hatten.

Die zwei Hunden – immer paarweise – sitzen nebeneinander  und symbolisieren der Überlieferung nach Treue und Geborgenheit. Ist der Mann auf See, blicken die Hunde ihm aus dem Fenster nach. Ist er wohlbehalten zuhause, wurden die Hunde gedreht, so dass sie nach innen blicken.

Am Hafen in Nordby steht ihnen zu Ehren eine Skulptur, geschaffen von Poul Isbak.