Der Atlantikwall auf Fanø

An vielen Stellen auf Fanø kann man in den Dünen graue Betonbunker erkennen. Diese sind die Reste des Atlantikwalls, einer riesigen Verteidigungsanlage, die die deutsche Wehrmacht während des 2. Weltkrieges errichteten ließ und die sich von Nordnorwegen bis nach Spanien erstreckte. Der Atlantikwall sollte die Invasion der westlichen Alliierten verhindern. Dänemark wurde am 9. April 1940 von den Deutschen besetzt und erst am 5. Mai 1945 befreit (Bornholm 1946). Die Besetzung Dänemarks erfolgte ohne großes Blutvergießen. Sie war für die deutsche Wehrmacht ein erster Schritt, um das strategisch wichtige Norwegen einnehmen zu können und die Zufahrt zur Ostsee zu kontrollieren.

Die Errichtung einer riesigen Verteidigungsanlage an der gesamten Küste Europas wurde vorangetrieben, um eine Invasion der Alliierten (USA, Kanada und England) zu verhindern. In Dänemark waren vorrangig Hanstholm und Esbjerg von strategischer Bedeutung. Deswegen wurden gerade um diese Häfen große Verteidigungsanlagen gebaut.  Von Dezember 1942 bis zum Kriegsende 1945 wurden mehr als 1300 Bunker an der Küste zwischen Ribe und Ringkøbing Fjord gebaut.

 

 

Fanøs Lage direkt an der Einfahrt zum Hafen von Esbjerg führte dazu, dass auf der Insel über 300 Bunker, Betonstraßen, Geschütze, Eisenbahnen, Panzergräben und Baracken gebaut wurden. Der größte Teil der Anlage befand sich im nördlichen und mittleren Abschnitt der Insel.  Die Befestigungsanlage umfasste auch eine größere Anzahl von Küsten- und Luftabwehrbatterien von Pælebjerg (Pælebjerg Stellung) Richtung Norden zur Vesterhavsbatteri und Grådyb Stellung samt der Batterie Fanø Nord nördlich von Nordby. Weiterhin wurden Küstenschutz-Stellungen, Radarstationen und Baracken als Unterkunft für die Truppen errichtet. 49.000 Minen wurden auf der Insel vergraben und große Seeminenfelder im Westen etabliert. Die deutsche Besatzungstruppe auf Fanø bestand aus ca. 2300 Mann, dazu kamen 1275 dänischen Arbeiter, die beim Bunkerbau beschäftigt wurden.

Dänemark und Fanø entgingen glücklicherweise dem schrecklichsten Kriegsgeschehen. Jedoch kamen die Flakbatterien, die die feindliche Luftwaffe beschossen, mehrere Male in Aktion, so beim eintägigen Angriff auf den militärischen Flugplatz in Esbjerg am 17. August 1944. 5 Flugzeuge der Alliierten wurden während des Angriffes abgeschossen.

 

 

Viele der damaligen Bunker sind mittlerweile Teil der Dünenlandschaft und fast oder vollständig unter dem Sand verborgen. Im Gebiet zwischen Rindby Strand und Sønderho liegen einzelne Bunker direkt am Strand frei zugänglich und können besichtigt werden. Dies gilt besonders für den sogenannten „Be Free“ Bunker, der mit Graffiti bemalt ist. Auch die Bunkeranlagen auf der östlichen Küstenspitze „Halen“ lohnt ein Besuch.

Die Anlage Fanø Nord eignet sich am besten für eine Besichtigung. Hier kann man mehrere Bunker besichtigen und an einer der wöchentlichen Führungen des Vereins „Fanø i Atlantikervolden“ teilnehmen. Bitte beachten Sie, dass Sie sich im Naturschutzgebiet und auf Privateigentum befinden, und verhalten sich entsprechend rücksichtsvoll. Der Zugang erfolgt am besten zu Fuß oder per Fahrrad auf dem Schotterweg „Vesternasen“.

Im Frühjahr / Sommer 2018 eröffnet der Verein ein neues 2. Weltkrieg-Museum unter der Feuerwehrwache im Stadionvej, Nordby. Das Museum wird in Verbindung mit Rundführungen und nach gesonderter Absprache geöffnet sein. Bitte wenden Sie sich an das Fremdenverkehrsamt auf Fanø für nähere Informationen zu den Führungen und Öffnungszeiten. Der Eintritt zum Museum beträgt 20 Kronen für Erwachsene und 10 Kronen für Kinder. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Besuch in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos.)