Maler auf Fanø

von Birgitte Schack Rasmussen, Fanø Kunstmuseum

 

Fanø Kunstmuseum in Sønderho gelegen, ist ein schönes kleines Kunstmuseum, das seit 1992 seine Adresse in dem unter Denkmalschutz stehenden Kromanns Gebäude. Das Museum besitzt eine Sammlung von besonderen Kunstwerken, von älteren sowie jüngeren Künstlern. Dank den jahrelangen Mäzenen des Museums, Alice und Tage Sørensen, wurde das Museum 2013 um ein neues Gebäude erweitert, dies hat es möglich gemacht eine gute Variation von Ausstellungen zu schaffen, so dass das Museum aktuelle Kunst sowie Kunst aus der museumseigenen Sammlung zeigen kann. Jedes Jahr gibt es 3-4 wechselnde Ausstellungen von jüngeren Künstlern sowie Künstlern aus der Sammlung.

Die Kunstsammlung wurde gegründet von Ruth Heinemann, die mit dem Maler Reinhard Heinemann verheiratet war. Sie wurde unterstützt von keinem geringeren als Staatsminister Viggo Kampmann, Kulturminister Julius Bomholt und Esbjergs derzeitigen Bürgermeister Henning Rasmussen.

Das Museum verfügt über eine Sammlung von mehr als 1200 Werken von bekannten und weniger bekannten Künstlern, aber Künstlern, die alle auf die eine oder andere Art eine Verbindung zu Fanø haben oder gehabt haben. Von Ende 1800 bis heute gab es verschiedene Künstlerkolonien auf der Insel, wo Künstler auf die Insel gekommen sind und Inspiration gefunden haben durch das Wattenmeer, Fanøs Natur und Kultur und gegenseitig haben sie sich geholfen und beeinflusst.

Die Werke in der Sammlung repräsentieren verschiedenen Perioden in der Kunstgeschichte: vom ältesten Bild des Museums von Mitte 1800, gemalt von den maritimen Maler Viggo Fauholdt und C.F: Sørensen, über eine kleine Sammlung von Nationalromantiker Johan Julius Exners Portraits und idyllischen Genrebildern bis zu jetzt lebenden Künstlern wie Jane Klerk, Trine Søndergaard, Lise Blomberg, Finn Hjortskov Jensen und Marie Louise Exner; die beiden letztgenannten wohnen beide auf der Insel

 

 

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Realismus und Naturalismus sind deutlich in vielen der Werke des Museums, u.a. besitzt das Museum einen Teil Skizzen von Holger Drachmann von seinem Besuch auf der Insel 1993, wo Drachmann überwiegend das Leben der Touristen schildert, während andere realistische Maler wie z.B. Niels Pedersen Mols und Marius Hansen den Alltag der Bevölkerung schildern. Aber Fanø ist eine Insel, wo das globale und Internationale immer aktuell gewesen ist, und es hat in mehreren Perioden ein gewisser Austausch mit Deutschland stattgefunden, u.a. hat der Impressionist August Wilckens sowie Noldes Lehrer Jacob Nøbbe, die beide ein Haus auf der Insel besaßen, sich inspirieren lassen von Fanøs Natur und Menschen, besonders den Frauen, die ja dafür sorgten, dass der Alltag funktioniert, während die Männer weg waren. Auch für den entarteten Künstler Reinhard Heinemann war die Insel, wo er von 1937 bis zu seinem Tod 1967 wohnte, ein Zufluchtsort.

Andere bekannte Künstler von der Sammlung sind der Maler Johan Rohde, Initiator von Der freien Ausstellung 1991, bekannt für seine Malereien, seine Silberarbeiten sowie Möbel. Er bekam 1934 Thorvaldsens Medalje für das Gemälde ”Mor og datter på vej til kirke”. Auch Dohm, bekannt für seine Portraits und Schilderungen von emanzipierten Frauen, sollten genannt werden im Zusammenhang mit den Künstlern auf Fanø, wo er seine Inspiration in Strand, Meer und Dünen fand.

 

 

Das Museum verfügt auch über eine kleine Sammlung vom schwedischen Jugendstilmaler Forsberg, der mit der Verehrung des Ästhetischen in seinen Aquarellen die jüngere Künstlerin Eva Louise Buus inspiriert hat.

Im Museum kann man außerdem Werke von der begabten, aber noch unbekannten weiblichen Künstlern wie Hedvig Frydensberg, Else Nøbbe, Anna Maria Mehrns und Annemarie Hansen; die letzte deutlich inspiriert von der Farbwahl und Formsprache der Modernisten.

Eine andere weibliche Künstlerin, Trine Søndergaard, hat für ihre Fotoserie „Strude 2007“ Inspiration aus der Tracht der Frauen auf Fanø geholt und hat dadurch einen wichtigen künstlerischen Beitrag zur Debatte um die Kleidung der Einwandererfrauen geschaffen

Die Fanøkünstler Marie Louise Exner und Finn Hjorskov Jensen kamen beide 1995 auf die Insel; Marie Louise Exners Drucke und Radierungen sind geprägt von einer anmutigen rhythmischen Interpretation von der Natur, während Finn Hjortskov Jensens Gemälde von der Landschaft auf Fanø durch sein Spielen und Experimentieren mit starken Farben charakterisiert sind.

Eine jüngere Künstlerin, die vor kurzem auf die Insel gezogen ist, ist Christina Malbek, deren Werke ein Ausruf nach Erneuerung der dänischen Landschaftsmalerei ist. Christina Malbek arbeitet meistens mit großen Leinwänden mit vielen Details und mit Fotos als Vorlage.